Am Start in Schleiz 1990

Der Naumburger Peter Nickel blickt auf fast 50 Jahre im Motorsport zurück

Die Motorsportkarriere des 1963 geborenen Naumburgers Peter Nickel begann in den Jahren 1979 und 1980 bei lokalen Bergrennen. So startete er mit seiner Serien-MZ zum Beispiel beim Steier-Bergrennen, das auf einer 2,5 Kilometer langen Straße von Riestedt nach Annarode ausgetragen wurde. Nach der damit erfolgten Qualifikation für Rundstreckenrennen musste nun erst einmal eine reinrassige Rennmaschine her. Die erwarb Nickel von einem Rennfahrerkollegen, der die Ausreise aus der DDR beantragt hatte. Sein allererstes Rundstreckenrennen absolvierte der Neuling 1986 in Hohenstein-Ernstthal auf dem Sachsenring. Im Training hatte Nickel Mühe auf schnelle Rundenzeiten zu kommen und schließlich fuhr ihm noch ein Fahrer von hinten an den Auspuff. Für das bevorstehende Rennen kürzte er mit seinen Mechanikern einfach den Auspuff um das beschädigte Stück. Die ungewöhnliche Schnellreparatur am Zweitakter hatte einen derartigen Leistungsschub zur Folge, dass sich Nickel im Rennen plötzlich mitten im Hauptfeld wiederfand. Im Gerangel drängte ihn ein Mitbewerber nach außen, fuhr ihm ins Vorderrad und Nickel schlitterte die Straße am Albertschlösschen entlang. Irgendwo hat er sich dann seine Wirbelsäule massiv angeschlagen.

Damit war ihm klar: Motorradfahren ist gefährlich. Also baute Peter Nickel schon im Folgejahr einen Renn-Trabant nach dem Reglement der Klasse A21 auf mit dem er ins Motorsportjahr 1988 startete. Mit technischer Hilfe durch die Trabant Tourenwagen-Legende Helmut Aßmann und der finanziellen Unterstützung von „PEBE-Steckbausteine“, der Lego-Konkurrenz aus dem VEB Chemische Fabrik Bad Kösen, wurden Rundstrecken- und Bergrennen zur DDR-Meisterschaft absolviert. Der erste Sieg gelang beim Forster Autobahnrennen, einem Flachrennen über drei Kilometer auf dem Autobahnabschnitt Forst-Bademeusel. In den nicht einfachen Jahren nach der politischen Wende konnte Nickel 1992 beim TRC (Trabant-Racing-Cup) den Gesamtsieg einfahren, 1994 wurde er im TLRC (Trabant-Lada-Racing-Cup) nochmals Vizemeister.

Dem Trabant war nun keine Zukunft mehr beschert, nicht mal der 1.1-Version mit dem Polo-Motor von VW. So absolvierte Peter Nickel schon 1993 Rennen mit einem Citroen AX. 1994 begann er für den neu entstandenen ADAC GT-Cup zwei Opel Calibra aufzubauen. 1995 stieg er in den Cup ein und fuhr den Opel in der Division II. Diesem Auto blieb er von nun an treu. Zwischen 1998 und 2006 ging Nickel im Divinol-Cup an den Start. Ab 2007 baute er ein neues Fahrzeug ebenfalls auf der Basis des Opel Calibra auf. Nach siebenjähriger Bauzeit in der ein Fahrzeug „ohne Kompromisse“ auf die Räder gestellt wurde, fuhr Nickel in den Serien STT (Spezial-Tourenwagen-Trophy), GTWC (German Tourenwagen Cup) und NAVC (Neuer Automobil- und Verkehrs- Club). Seit 2022 fährt er beständig bei den Tourenwagen-Legenden, welche auch schon auf dem Sachsenring zu sehen waren.

Mittlerweile 28 Jahre gibt es nun schon die NSR Motorsportteam GmbH, welche sich mit dem gesammelten Erfahrungsschatz in den Bereichen Fahrzeug- und Motorenbau, Motoren- und Getriebeinstandsetzung betätigt. Somit wird es auch im Jahre 2025 für Peter Nickel nicht langweilig und er wird auch in diesem Jahr wieder Motorsport und Firma unter einen Hut bringen.

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